Gießener Sterbestudie

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Neue Studie rückt Sterbebedingungen in Pflegeeinrichtungen in den Fokus

Gießen, 28. Januar 2014 – Nachdem in einer umfangreichen Erhebung 2013 durch den TransMIT-Projektbereich für Versorgungsforschung die konkreten Sterbebedingungen in deutschen Krankenhäusern ausgewertet und auf einem wissenschaftlichen Kongress dargestellt wurden, sollen im laufenden Jahr 2014 die stationären Pflegeeinrichtungen (in welchen über 40% aller Bürger/innen Deutschlands versterben) einer genaueren Analyse unterzogen werden.

In der sogenannten „2. Gießener Sterbestudie“ wurden 2013 detaillierte Befunde zur Betreuung Sterbender im Krankenhaus erfasst und in einen Vergleich zu den vor 25 Jahren erhobenen Daten der 1. Gießener Sterbestudie gestellt. Auch wenn die aktuell ermittelte Qualität hinter den wünschenswerten und auch möglichen Zielmarken zurückblieb, konnte immerhin eine Verbesserung konstatiert werden. Die stationären Pflegeeinrichtungen haben in diesem Zeitraum in ihrer Bedeutung rapide zugenommen. Aufgrund der zunehmenden Verstädterung, kleinerer und sozial weniger verpflichtend verbundenen Familien und nicht zuletzt wegen der demographischen Entwicklung gehen die Autoren davon aus, dass sich daran nicht viel ändern wird – trotz ambulant engagierter Hospiz- und palliativversorgender Dienstleister.

Dies sowie der Umstand, dass es keine systematischen Ergebnisse zur psycho-sozial und medizinisch-pflegerisch erreichten Ergebnisqualität in den Pflegeeinrichtungen gibt, verdeutlicht die Notwendigkeit einer Studiendurchführung. Wie sieht sie also aus, die Versorgung sterbender Patienten in den Pflegeeinrichtungen? Über welche Ressourcen verfügen die Einrichtungen bzw. die dort tätigen Pflegenden? Wie gelingt es Angehörige einzubinden, wie auf die Bedürfnisse des Sterbenden einzugehen oder die notwendige Symptomkontrolle (z. B. Schmerzen, Dyspnoe) zu erreichen? Acht unterschiedliche Gegenstandsbereiche sollen untersucht und ausgewertet werden.

Der Leiter des TransMIT-Projektbereichs für Versorgungsforschung, Dr. Wolfgang George, hatte bereits in den späten 80er Jahren aufwendige Studien zum Thema durchgeführt. Im Zeitraum 2012/2013 waren 1430 Mitarbeiter aus 212 Krankenhäusern aller Bundesländer Deutschlands mit einem ähnlichen Inventar befragt worden. Die Ergebnisse der Studie sind zwischenzeitlich in dem Buch (mit weiteren 12 Autoren) „Sterben im Krankenhaus“ (Psycho-Sozial-Verlag 2013) und in zahlreichen Fachpublikationen veröffentlicht worden. Auch für die neue Studie sind bereits ein Buch sowie ein 2. Kongress in Gießen in Planung, auf welchem mit den Teilnehmern der Studie, Autoren des Buches und Gästen die Situation des Sterbens in den Pflegeeinrichtungen diskutiert werden soll.

Interessierte Personen und Einrichtungen erhalten nähere Informationen unter www.Sterbestudie.de. Für Einrichtungen besteht die Möglichkeit an der Studie teilzunehmen.