Anästhesie

Die komplette anästhesiologische Versorgung der ambulanten und stationären Patienten unserer Klinik liegt in erfahrener fachärztlicher Hand. Als Belegarztklinik haben wir ein eigenes Anaesthesie-Team mit einem eigenen Chefarzt, einem eigenen Oberarzt und einer kooperierenden Belegärztin. Zum Team im OP gehören weitergebildete und erfahrene Krankenpflegekräfte.

Neben der Betreuung der operativ zu versorgenden Patienten werden auch gastroenterologische Eingriffe (bspw. Darmspiegelungen) in Narkose durchgeführt. Zudem werden alle gängigen Verfahren zur Schmerztherapie unter der Geburt angeboten. Kontinuierliches Herz-Kreislauf-Monitoring, schonende Beatmungsverfahren und Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur sind wichtige Sicherheitsstandards, um auch lang andauernde Operationen durchführen zu können. Diese aktuellen Standards wenden wir zur Versorgung unserer Patienten im OP an.

Fachabteilung Anästhesie – Anästhesiesprechstunde

Stegwiese 27, 35630 Ehringshausen, Telefon: 06443 828-102 | E-Mail senden

Die Anästhesiesprechstunde findet als Terminsprechstunde statt. Bitte vereinbaren Sie deshalb vorab einen Termin, entweder persönlich am Empfang des Krankenhauses oder telefonisch Mo. bis Fr., von 10 bis 18 Uhr unter 06443 828-190.

Wochentag Vormittags Nachmittags
Montag ––– 15:00 – 17:00 Uhr
Dienstag ––– 15:00 – 17:00 Uhr
Mittwoch ––– 15:00 – 17:00 Uhr
Donnerstag ––– 15:00 – 17:00 Uhr
Freitag ––– –––
Ärzte der Fachabteilung
Chefarzt: Dr. med. Andreas Schwarze

Facharzt für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin

Leitender Notarzt

Oberarzt: Ralf Meyer

Facharzt für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin

Fachärztin: Susanne Rückert-Kobler

Fachärztin für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin

kooperierende Belegärztin

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Narkose ist ein reversibel und steuerbar erzeugter Zustand, der eine operative oder diagnostische Maßnahme unter Ausschaltung von Schmerzempfinden und Bewusstsein ermöglicht.

Der Begriff „Anästhesie“ bezeichnet im Allgemeinen die Betäubung und/oder Narkose. Im Sprachgebrauch innerhalb von Krankenhäusern ist mit dem Begriff „Anästhesie“ auch oft die „Abteilung für Anästhesie“ gemeint. Der sprachliche Ursprung rührt vom griechischen Begriff Anaesthesia her, was Empfindungslosigkeit bzw. Betäubung bedeutet.

Man unterscheidet:

  • die Lokalanästhesie oder örtliche Betäubung, bei der durch Einspritzen eines Betäubungsmittels nur ein kleiner Bezirk des Körpers empfindungslos gemacht wird
  • die Regionalanästhesie, eine Betäubung, die sich auf einen größeren Körperabschnitt erstreckt
  • die Allgemeinanästhesie oder Narkose, bei der der Patient in einen vorübergehenden Zustand der Bewusstlosigkeit versetzt und das Schmerzempfinden im gesamten Körper ausgeschaltet wird

Alle Regional- oder Allgemeinanästhesieverfahren obliegen der Verantwortung von Anästhesie-Ärzten und sind auch miteinander kombinierbar.

Anästhesiologie bezeichnet die Lehre und Forschung über das Fachgebiet der Anästhesie. Seit 1953 ist die Anästhesiologie als eigenständiges Fachgebiet mit eigener Facharztbezeichnung und dafür erforderlichen Facharztprüfungen in die Reihe der medizinischen Fachgebiete eingebunden.

Die Anästhesiesprechstunde findet als Terminsprechstunde Mo–Do von jeweils 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr statt. Bitte vereinbaren Sie deshalb vorab entweder persönlich am Empfang des Krankenhauses oder telefonisch Mo.-Fr., von 10-18 Uhr unter 06443 828-190 einen Termin.

Zur Anästhesiesprechstunde bringen Sie bitte folgendes mit:

  • Ausgefüllten Aufklärungs- und Anamnesebogen zur Anästhesie (erhalten Sie vom Operateur)
  • Krankenversichertenkarte
  • Allergiepass, Schrittmacherausweis, Anästhesieausweis, Herzpass etc. wenn vorhanden
  • Medikamentenplan
  • Bei Vorerkrankungen Befunde vom Hausarzt (z.B. EKG, Laborbefunde, Arztbriefe usw.)
  • Bei Bedarf einen Dolmetscher/Rechtsbeistand

Folgende Verhaltensregeln sind aus Gründen der Sicherheit von Seiten des Patienten unbedingt zu beachten:

  • Bis 6 Std. vor der Operation ist eine leichte Mahlzeit noch möglich, danach nichts mehr essen (auch keine Bonbons oder Kaugummi)
  • bis 2 Std. vor der Operation ist das Trinken von klaren Flüssigkeiten (Wasser, Tee, Saft, Kaffee ohne Milch) mit max. 1-2 Gläsern/ Tassen noch möglich
  • Es darf ab 22.00 Uhr des Vortages nicht mehr geraucht werden (Rauchen regt die Magensaftsekretion an. So kann es trotz Nahrungs- und Flüssigkeitskarenz zu einer großen Ansammlung von Magensekret kommen und dadurch eine erhöhte Aspirationsgefahr entstehen. Der Magen soll vor einer geplanten Anästhesie leer sein).
  • Es soll keine Schminke aufgelegt werden, beziehungsweise solche vorher entfernt werden (Make-up, Nagellack etc.).
  • Es dürfen keine Schmuckstücke (incl. Piercings), Sehhilfen und Prothesen mit in den OP gebracht werden.
  • Medikamente sollen morgens vor der Operation nach Absprache mit dem Anästhesie-Arzt eingenommen werden (zum Hinunterschlucken dieser Medikamente darf ein kleiner Schluck Wasser getrunken werden).

Wenn die Erkrankungen es zulassen, sollte vor Einnahme der Beruhigungstablette noch geduscht werden; gleiches gilt für Rasur, Zähne putzen usw. Damit wird die auf der Körperoberfläche haftende Menge an Krankheitserregern und Schmutzpartikeln erheblich reduziert.

Bei ambulanten Eingriffen ist zu beachten, dass 24 Stunden nach einer Narkose oder örtlichen Betäubung nicht aktiv am Straßenverkehr teilgenommen werden darf und wegen eventueller Beeinträchtigung des Urteilsvermögens nur eingeschränkte Geschäftsfähigkeit besteht. Für die Rückfahrt von der Klinik ist eine Begleitperson vorzusehen, und es muss dafür gesorgt sein, dass der Patient in den nächsten 24 Stunden von jemandem umsorgt werden kann.

Präoperativ

Für Patienten, die sich einer OP unterziehen müssen, ergibt sich der in Folgendem beschriebene Ablauf. Der Einfachheit und besseren Verständlichkeit halber wird die „männliche“ Sprachform des Patienten gewählt.

Einige Tage bis maximal einen Tag vor der Operation erhebt der Narkosearzt in einem Aufklärungsgespräch die den Patienten betreffenden Befunde zur Einschätzung der anästhesiespezifischen Risikofaktoren.

Vor dem Narkosegespräch wird dem Patienten hierfür ein Informations- und Fragebogen ausgehändigt. Dieser muss im Vorfeld gründlich gelesen und vom Patienten in Ruhe ausgefüllt werden. Der Anästhesist informiert sich anhand des ausgefüllten Fragebogens über den Gesundheitszustand des Patienten und bespricht mit ihm das weitere Vorgehen sowie das geeignete Narkoseverfahren. Selbstverständlich hat der Patient hier auch Gelegenheit, Fragen zu stellen und Wünsche zu äußern.

Auf dieser Grundlage wird ein individuell abgestimmtes Anästhesieverfahren in Abhängigkeit von Art und Dauer der Operation ausgewählt. Soweit möglich, werden dabei die persönlichen Wünsche des Patienten berücksichtigt.

Abschließend muss der Patient oder im gegebenen Fall sein Rechtsbetreuer die Einwilligungserklärung unterschreiben.

Operationstag

Am Operationstag werden dem Patienten zur Vorbereitung der Anästhesie auf der Station beruhigende und angstlösende Medikamente verabreicht. Zu diesem Zeitpunkt wird er das OP-Hemd und die Antithrombosestrümpfe anziehen. Er wird dann von den Pflegekräften der Station in seinem Bett in den Operationsbereich gebracht. Dort wird er im Einschleusungsraum auf dem OP-Tisch gelagert und in den jeweiligen Narkoseeinleitungsraum des OP gefahren. Er wird letztmalig zur Operation, der zu operierenden Seite, Allergien und Besonderheiten befragt.

Narkoseeinleitung

Im Operationssaal beginnt das Anästhesieteam mit der Vorbereitung für die Anästhesie. Zunächst werden kontinuierlich Herztätigkeit (EKG), Blutdruck und die Sauerstoffsättigung des Blutes (Pulsoxymetrie) überwacht. Zusätzlich wird eine Infusion (Tropf über eine Kunststoffhohlnadel) gelegt, über den elektrolythaltiges Wasser als Infusionslösung zur Unterstützung des Flüssigkeitshaushaltes verabreicht wird.

Die Allgemeinanästhesie (Narkose) schaltet Bewusstsein und Schmerzempfinden im gesamten Körper aus. Dazu wird eine Kombination von Medikamenten verwendet, die individuell ausgewählt und dosiert werden. Sie werden entweder in eine Vene gespritzt oder als Gase der Atemluft beigemischt.

Die Einschlafmedikamente werden über die Infusion zugeführt und wirken nach 15-30 Sekunden. Zusätzlich wird über eine Gesichtsmaske die Atemluft mit reinem Sauerstoff angereichert.

Nach dem Einschlafen wird die Atmung mit Hilfe dieser Maske unterstützt. Bei längeren Eingriffen werden die Atemwege durch Einführen eines Schlauches (Trachealtubus) in die Luftröhre (Intubation) oder in den Rachen (Kehlkopfmaske) gesichert und es wird eine künstliche Beatmung durchgeführt. Die Intubation sichert die Atemwege und erleichtert die apparative Beatmung. Sie trennt den Luftweg vom Speiseweg und bietet so den größtmöglichen Schutz vor dem Eindringen von Speichel, Magensaft oder Mageninhalt in die Lunge (Aspiration).

Erforderlichenfalls führt der Anästhesie-Arzt weitere Maßnahmen durch, die der umfassenden Sicherung und Überwachung dienen. Dazu zählen unter anderem das Einführen eines Katheters in eine herznahe Vene oder eine Arm- oder Beinschlagader, das Einführen einer Magensonde oder eines Blasenverweilkatheters. Dies geschieht meist erst in Narkose. Der Anästhesie-Arzt informiert darüber im Aufklärungsgespräch und erläutert Sinn und Risiken dieser zusätzlichen Maßnahmen.

Nach der Anästhesie wird der Patient für einige Zeit im Aufwachbereich überwacht. Die Dauer hängt von den bestehenden Begleiterkrankungen und von der Art und Dauer des operativen oder diagnostischen Eingriffs ab. Danach wird der Patient wieder auf sein Zimmer gebracht.

Das Risiko einer Narkose ist stets im direkten Zusammenhang mit der Operation zu sehen und vom Operationsrisiko nur schwer zu trennen. Die ununterbrochene Überwachung von EKG, Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Konzentration der Atemgase, Beatmungsdruck und –volumen, Temperatur, Urinausscheidung und anderer Körperfunktionen, sowie die ständige Anwesenheit eines Anästhesiearztes und einer anästhesiologisch ausgebildeten Fachpflegekraft haben in den letzten Jahrzehnten dazu beigetragen, das Risiko ernsthafter Zwischenfälle erheblich zu verringern.

Statistisch ergibt sich für sonst gesunde Patienten ein Risiko von etwa 1:200.000, an den direkten Folgen einer Narkose zu versterben. Ursachen für einen Todesfall durch die Narkose können beispielsweise schwere allergische Reaktionen, Komplikationen bei der Einführung des Beatmungsschlauches, Störungen der Atmung nach der Operation, das “Einatmen” von Mageninhalt und eine darauf folgende schwere Lungenentzündung, ein während oder kurz nach der Operation auftretender Herzinfarkt oder ein Herzstillstand sein.

Notfallmäßige Operationen oder Vorerkrankungen erhöhen das Narkoserisiko in einem individuellen Ausmaß, das im Gespräch mit dem Anästhesisten vor der Operation erörtert werden kann.

Die häufigsten Nebenwirkungen einer Narkose sind Übelkeit und Erbrechen, die gehäuft bei Nichtrauchern, bei Patientinnen, bei einer Neigung zu Reisekrankheit und wenn auch bei vorherigen Anästhesien Übelkeit bestand, beobachtet werden (in bis zu 60% der Fälle). Ebenso hat die Art der Operation und die Notwendigkeit einer Schmerztherapie Einfluss auf die Häufigkeit dieser Nebenwirkung. Sie tritt gehäuft bei Augenoperationen, Ohroperationen, gynäkologischen, insbesondere laparoskopischen Eingriffen und Bauchoperationen auf. Durch besonders ausgewählte Narkosetechniken und durch Medikamente lassen sich Übelkeit oder Erbrechen in den meisten Fällen lindern und die Häufigkeit auf unter 10 % senken. Sprechen Sie daher den Anästhesisten an, wenn Sie unter o. g. Problemen leiden.

Weiterhin können Venenreizungen, Entzündungen oder Blutergüsse im Bereich der Einstichstellen von Kanülen und Kathetern (in bis zu 25% der Fälle) auftreten.

In weniger als 0,5% der Fälle werden beim Einführen des Beatmungsschlauches in die Luftröhre Zähne, Zahnersatz, Mund oder Kehlkopf verletzt. Heiserkeit und Schluckbeschwerden können die Folge sein. Die meisten dieser Fälle werden bei Patienten mit eingeschränkter Mundöffnung oder Halsbeweglichkeit, schmerzhaften Erkrankungen im Mund, Kiefer- oder Halsbereich bzw. lockeren oder sanierungsbedürftigen Zähnen beobachtet.

Lähmungen und Gefühlsstörungen an Armen oder Beinen können durch unbemerkten Druck auf oberflächlich liegende Nerven während der Lagerung hervorgerufen werden. Sie bilden sich meist innerhalb von Monaten zurück. Das Risiko dieser Schäden ist abhängig von der Art der Operation und der hierzu benötigten Lagerung. Ein erhöhtes Risiko besteht zum Beispiel bei Eingriffen mit spezieller Lagerung, bei Übergewicht und bei langer OP-Dauer.

Selten kann Magensaft oder Mageninhalt über die Speiseröhre in die Luftröhre und dann in die Lunge eindringen (Aspiration). Dies birgt die Gefahr einer durch den sauren Mageninhalt ausgelösten schweren Lungenentzündung. Das Risiko (ungefähr 0,1-0,5%) kann durch Nüchternheit vermindert werden und ist erhöht bei Notfalleingriffen, schwangeren Frauen, bei Übergewicht sowie bei einigen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes.

Bei jedem Patienten besteht die Möglichkeit einer allergischen Reaktion auf verabreichte Medikamente. Das Risiko hängt ab von der individuellen allergischen Veranlagung.

Immer wieder wird diskutiert, dass es durch Narkosemittel und größere Operationen zu Erinnerungslücken kommen kann. Die Zahl der betroffenen Patienten ist sehr gering. Ein ursächlicher Zusammenhang mit Narkosemitteln konnte bisher noch nicht bewiesen werden.

Nachdem der Patient eingeschlafen ist, überprüft der Anästhesist neben den lebenswichtigen Organfunktionen auch ständig die Narkosetiefe. In speziellen Fällen stehen hierfür neu entwickelte Geräte zur Verfügung, die anhand der Hirnstromkurven eine Einschätzung der Narkosetiefe ermöglichen.

Mit Hilfe der heute verfügbaren Medikamente kann der Anästhesiearzt die Narkosetiefe zuverlässig und rasch regulieren und dafür sorgen, dass der Patient nicht während des Eingriffs wach wird.

Schmerzen nach einer Operation sind meist nicht vollständig zu vermeiden, können aber heute auf ein erträgliches Maß reduziert werden. Der Bedarf an Schmerzmitteln ist individuell unterschiedlich und nur eingeschränkt vorhersehbar. Nach der Operation wird dem Patienten unter ständiger Überwachung die Menge an Schmerzmitteln verabreicht, die bis zur Schmerzlinderung bzw. Schmerzfreiheit benötigt wird. Bei größeren Eingriffen kann zusätzlich zur Allgemeinanästhesie eine regionale Betäubung unter Umständen auch die Anlage eines Schmerzkatheters sinnvoll sein. Beides ermöglicht eine gute Schmerzlinderung nach der Operation.

Häufigkeit und Ausprägung von Übelkeit und Erbrechen hängen von der persönlichen Veranlagung und der Art und Dauer der Operation ab. Früher waren sie nahezu unvermeidbare Folgen jeder Anästhesie. Die modernen Medikamente lösen diese unangenehmen Nebenwirkungen wesentlich seltener aus, dennoch gibt es auch heute noch keine Gewähr für eine Aufwachphase ohne Übelkeit. Insbesondere können auch die nach der Operation verabreichten Schmerzmittel zu Übelkeit führen. Aber auch hierbei kann man mit speziellen Medikamenten eine deutliche Besserung erreichen.

Die heutigen Medikamente lassen eine sehr gute Steuerung der Anästhesiedauer zu. Schon wenige Minuten nach Ende der Operation kann der Patient daher wieder so wach sein, dass er ausreichend atmen und kommunizieren kann. Aktivitäten wie Lesen, Fernsehen u.ä. interessieren jedoch in Abhängigkeit von Art und Dauer der Operation eher wieder nach einigen Stunden. Diese Zeitspanne ist auch von der Art und Dosis der Schmerzmittel abhängig, die nach der Operation nötig werden.

Entgegen verbreiteter Vorstellung kommt es nicht vor, dass Patienten während einer Narkose reden. Dies ist aufgrund der notwendigen Beatmung gar nicht möglich. Dagegen kann es selten sein, dass Patienten während der Aufwachphase träumen und dann auch sprechen. Selbst wenn dabei Vertrauliches preisgeben werden sollte, unterliegen das Pflegepersonal und die Ärzte der Schweigepflicht.

Eingriffe unterhalb des Nabels (Unterbauch, Becken, Beine) können schmerzfrei durch Betäubung der vom Operationsgebiet zum Rückenmark führenden Nerven (Spinalnerven) durchgeführt werden (Spinalanästhesie). Die Spinalanästhesie wird im Sitzen oder in Seitenlage des Patienten angelegt. Auf Höhe der Lendenwirbelsäule wird ein lokales Betäubungsmittel über eine feine Hohlnadel in die Umgebung der Nerven gespritzt. Da sich in diesem Bereich kein Rückenmark mehr befindet, kann das Rückenmark bei richtiger Technik und normaler Anatomie nicht verletzt werden. Lediglich eine seltene Irritation einzelner Nerven kann ausgelöst werden.

Unmittelbar nach dem Einspritzen verspürt der Patient ein Wärme- und Taubheitsgefühl in den Beinen. Kurz danach kann er diese nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr bewegen. Dies ist ein sicheres Zeichen der Wirkung. Abhängig vom verwendeten Medikament hält dieser Zustand ca. 2-4 Stunden an. Sollte die Wirkung einer Spinalanästhesie zur Operation nicht ausreichen, so ist ein Wechsel zur Allgemeinanästhesie jederzeit möglich.

In ca. 2-5% der Fälle ist eine Spinalanästhesie nicht ausreichend wirksam. Dann muss wie oben beschrieben, auf eine Allgemeinanästhesie übergegangen werden, was aber jederzeit möglich ist.

Kreislaufreaktionen wie Blutdruckabfall oder Verlangsamung des Herzschlages, die mit Übelkeit vergesellschaftet sein können, lassen sich in der Regel rasch beheben.

Schwere Zwischenfälle, z.B. allergische Reaktionen oder Herzkreislauf- bzw. Atemstillstand sind sehr selten und werden mit ca. 0,06% angegeben. Sie können in über 70% erfolgreich behandelt werden.

Eine vorübergehende Blasenentleerungsstörung kann nach der Operation das Einlegen eines Blasenkatheters notwendig machen.

Nach einer Spinalanästhesie treten bei ca. 2% der Patienten hartnäckige Kopfschmerzen auf (relativ am häufigsten bei jungen Frauen).

Vorübergehende Funktionsausfälle von Nerven werden bei 0,06-0,08% der Spinalanästhesien beschrieben. Bleibende Lähmungen, im Extremfall die Querschnittslähmung als Folge von Blutergüssen, Entzündungen oder direkten Nervenverletzungen sind ebenfalls sehr selten und werden mit 0,02% angegeben.

Dauert ein Eingriff länger als 2 Stunden oder ist die Operationsdauer nicht absehbar, bietet es sich an, anstelle der einmaligen Gabe eines örtlichen Betäubungsmittels (siehe Spinalanästhesie) einen ca. 1mm dicken Kunststoffschlauch (Periduralkatheter) in der Nähe des Rückenmarks zu platzieren, um die vom Operationsgebiet zum Rückenmark führenden Nerven durch wiederholte Medikamentengabe zu betäuben.

Nach örtlicher Betäubung wird dazu eine Hohlnadel in den entsprechenden Bereich vorgeschoben, über die der Katheter eingeführt wird. Danach wird die Hohlnadel entfernt. Über den Periduralkatheter eingespritzte Medikamente wirken nach etwa 15 Minuten. Der betäubte Bereich wird warm und gefühllos; die Beine lassen sich möglicherweise mehrere Stunden lang nicht oder nur eingeschränkt bewegen. Der Katheter kann auch nach der Operation für die Schmerzbehandlung auf Station verwendet werden indem lokal wirksame Betäubungsmittel manuell oder mittels einer elektrischen Pumpe, die automatisch und konstant gesteuert wird, zugeführt werden.

Eine unzureichende Wirkung wird in 3-5% der Fälle beobachtet. Dann wird auf eine Allgemeinanästhesie übergegangen.

Eine vorübergehende Blasenentleerungsstörung kann das Einlegen eines Blasenkatheters notwendig machen. In ca. 0,4-3,4% wird mit der Einführungsnadel ungewollt die harte Rückenmarkshaut durchstochen (wie dies bei der Spinalanästhesie absichtlich geschieht), was eine Ursache von Kopfschmerzen nach einer Periduralanästhesie sein kann.

Als Medikamentenfolge können Juckreiz und Übelkeit auftreten. Kreislaufreaktionen, z.B. Blutdruckabfall oder Verlangsamung des Herzschlages, lassen sich meist schnell beheben. Schwere Zwischenfälle, z.B. allergische Reaktionen oder Herzkreislauf- bzw. Atemstillstand, sind mit 0,01% äußerst selten. Bleibende Lähmungen als Folge von Blutergüssen, Entzündungen oder direkten Nervenverletzungen sind mit 0,02% ebenfalls Raritäten.

Ein vorübergehender Funktionsausfall von Nerven wurde in bis zu 7% beobachtet.

Für einige zumeist größere Operationen kann die Kombination von Peridural- und Allgemeinanästhesie sinnvoll sein. Die dann flachere Allgemeinanästhesie dient dabei der besseren Stabilisierung von Atmung und Kreislauf. Die Periduralanästhesie bewirkt die Schmerzausschaltung auch für die Zeit nach der Operation. Mit der Kombination von Peridural- und Allgemeinanästhesie werden Komfort und Sicherheit für den Patienten.

Wenn es gewünscht wird und die Anästhesie sowie die Art der Operation es zulassen, kann der Patient schmerzfrei und wach den Eingriff erleben. Zur Entspannung kann er dabei Musik über Kopfhörer hören oder ein leichtes Schlafmittel erhalten.

Wegen der Infektionsgefahr wird die Haut vor der Operation desinfiziert und das Operationsfeld nach allen Seiten mit keimfreien Tüchern abgedeckt. Daher ist das direkte Zuschauen normalerweise nicht möglich. Ausnahmen bilden z.B. Gelenkspiegelungen (Arthroskopien) und Endoskopien mit einer Videokette, bei denen man gemeinsam mit dem Operateuer die Operation auf einem Fernsehbildschirm verfolgen kann. Dieses wäre dann mit dem Operateur zu besprechen.

Auch in der Geburtshilfe ist die rückenmarknahe Schmerztherapie ein gut eingeführtes und bewährtes Verfahren. Die anästhesiologische Versorgung im Kreißsaal ist 24 Stunden am Tag gewährleistet.

Die Wehenschmerzen unter der Geburt sind individuell sehr unterschiedlich. Hebammen, Frauenärzte und Narkoseärzte helfen, diese Wehenschmerzen zu lindern und erleichtern damit den Vorgang der Geburt.

Einige Methoden der Schmerzlinderung (Zäpfchen, Tabletten, Spritzen) werden von Hebammen und Frauenärzten durchgeführt. Eine weitere Methode der Schmerzlinderung unter der Geburt ist die rückenmarknahe Leitungsanästhesie (PDA), die von den Anästhesieärzten in Absprache mit den Gynäkologen durchgeführt wird.

Grundsätzlich soll die Wirkung der Medikamente auf den Bereich beschränkt bleiben, in dem Schmerzen verspürt werden. Das Bewusstsein wird, anders als bei einer Narkose, nicht ausgeschaltet.

Da die Medikamente nur in geringen Konzentrationen verabreicht werden, bleibt das Kind unbeeinflusst.

Die schmerzlindernde Wirkung der Periduralanästhesie beginnt etwa 10-20 Minuten nach Injektion des Medikamentes. Der Beginn der Wirkung ist nicht plötzlich, sondern langsam zunehmend. Die Periduralanästhesie kann so lange fortgeführt werden, wie es nötig ist.

In der Geburtshilfe wird eine weitestgehende Schmerzlinderung bei noch erhaltener Fähigkeit zur aktiven Mitarbeit der Frau beim Geburtsvorgang angestrebt. Es ist also keine vollständige „Lähmung“ des unteren Körperabschnitts vorgesehen; dementsprechend können z.B. Wehen als Druck wahrgenommen werden. Auch werden Berührungen und Lageveränderungen, beispielsweise, wenn die Hebamme oder der Frauenarzt untersuchen, verspürt. Taubheitsgefühle, Wärmeempfinden und Beeinträchtigung der Muskelkraft in der unteren Körperhälfte sind normale Begleiterscheinungen, die nach Ende der Wirkung der Medikamente abklingen.

Als Gegenanzeigen einer PDA werden Störungen der Blutgerinnung, Erkrankungen der Nerven, Operationen am Nervensystem, Hautinfektionen und ausgeprägten Veränderungen der Wirbelsäule angesehen.

Es ist möglich, dass die Schmerzlinderung über die PDA nicht ausreicht. Dann kann es notwendig werden, den Periduralkatheter an anderer Stelle erneut einzuführen.

Es kommt vor allem in der Anfangsphase der Betäubung durch eine PDA infolge der Weitstellung der Blutgefäße zu Phasen niedrigen Blutdrucks. Um dieses Risiko zu minimieren, werden Infusionen gegeben.

In ca. 0,4-3,4% wird mit der Einführungsnadel oder mit dem Katheter ungewollt die Rückenmarkshaut durchstochen, was aufgrund des in der Schwangerschaft aufgelockerten Bindegewebes eher vorkommen kann, als bei anderen Patienten. Dies kann eine Ursache von mehrere Tage anhaltenden Kopfschmerzen sein (siehe oben). Einfache Maßnahmen wie Bettruhe und das Trinken von viel Flüssigkeit können die Kopfschmerzen zumeist deutlich abschwächen.

Vorübergehende Störungen der Urinausscheidung können vorkommen, sie können die Anlage eines Blasenkatheters notwendig machen.

Die rückenmarksnahen Blutgefäße sind während der Schwangerschaft erweitert. Deshalb besteht die Möglichkeit, dass Medikamente statt in die Nähe des Rückenmarks in diese Blutgefäße gespritzt werden.

Schwere Zwischenfälle, z.B. allergische Reaktionen oder Herzkreislauf- bzw. Atemstillstand, sind mit 0,01% äußerst selten. Bleibende Lähmungen als Folge von Blutergüssen, Entzündungen oder direkten Nervenverletzungen sind mit 0,02% ebenfalls Raritäten.

Diese und andere speziellen Besonderheiten des Patienten müssen im Aufklärungsgespräch mit dem Anästhesisten erörtert werden.

Kaiserschnittentbindung (Sectio caesarea)

Auch zur Kaiserschnittentbindung werden bevorzugt rückenmarknahe Anästhesietechniken angewendet. So kann ein Periduralkatheter, der primär zur Geburtserleichterung gelegt wurde, durch Erhöhung der Medikamentenkonzentration auch für die Kaiserschnittentbindung genutzt werden. Ist von vornherein eine Kaiserschnittentbindung geplant, ist eine Spinalanästhesie, die neben dem bewussten Erleben der Entwicklung des Kindes die Medikamentenbelastung für das Neugeborene minimiert, von Vorteil. Die Spinalanästhesie wird auch wegen ihrer zuverlässigeren Schmerzausschaltung bevorzugt.

Einige diagnostische und chirurgische Eingriffe können ambulant durchgeführt werden.

Unbedingt bedacht werden muss, dass der zu anästhesierende Patient innerhalb von 24 Stunden nach einer Narkose kein Fahrzeug führen darf und sich einen entsprechenden Transport organisieren muss. Der Patient darf die Klinik nach dem Eingriff nur in Anwesenheit einer Begleitperson verlassen. Er soll in den ersten 24 Stunden nach einer Narkose keinen Alkohol trinken, da Alkohol die Restwirkung von Anästhetika verstärken kann und auch keine Schmerz- oder Schlafmittel außer den zuvor verabredeten einnehmen.
Er sollte zumindest die ersten Stunden nicht alleine bleiben. Wegen eventueller Beeinträchtigung des Urteilsvermögens gilt er bis zu 24 Stunden nach einer Narkose als nur eingeschränkt geschäftsfähig.